cést la vie

Wir sind gut in La Rochelle angekommen. Auf dem Aire de Camping in Stadtnähe war auch noch ein schönes Eckchen frei und so bezogen wir den wirklich zu empfehlen Stellplatz. Ist zwar ohne alles aber son bisken frei stehen inklusive Bustransfer ist ja drin. Also sind wir gleich zum Abend noch Richtung Zentrum und haben erstmal in einer Brasserie mit Blick auf den Hafen angestoßen. An dieser Stelle sei vielleicht mal ein Wort über das hier käuflich zu erwerbende Bier gesagt. In Deutschland ist man ja durch Reinheitsgebot und sonstige Gegebenheiten sehr geimpft was Bier angeht. Weizen, Alt, Pils, Kölsch und dann hört es auch schon auf. Mischbiere konnten sich irgendwie nie so recht durchsetzen. Radler und Bananenweizen sind da für manche schon Exoten. Da heißt es dann schnell ein Bier mit Grapefruit oder Kaktusfeige wäre dann ja nur was für Mädchen… Naja gut das ich eins bin an dieser Stelle und mich eben so durch alle noch so pinkgefärbten Biere dieser Welt probiere. Natürlich bekommt man hier eben auch vermehrt belgisches Bier und die mischen ja gerne alles Mögliche da hinein aber auch französische Marken haben da durchaus ihr Angebot. Zum einen Panaché, das einfach wie Radler, Bier mit Zitrone ist aber tatsächlich hier besser schmeckt, da eben gar nicht süß. Dafür hat man sich hier Bier roseé abgeguckt, von den Belgiern. Also Bier mit meistens Himbeeren oder andern Beerenfrüchten. Sehr rosa und sehr lecker.

So, also stoßen wir an. Auf den Abend, La Rochelle auf Pinke Biere und das Womoleben. So langsam bekommen wir Hunger und die Restaurantmeile hat auch geöffnet. So schlendern wir von einem Restaurant zum andern und lassen uns inspirieren von den Karten aber mehr noch von den Gerüchen, die uns aus den innenliegenden Küchen entgegenwehen. Angeboten werden gesamte Menüs und plat du jour, die Auswahl des Tages. Menüs bestehend aus Vorspeise, meist eine Suppe oder Terrine dann ein Hauptgang, auch hier in La Rochelle als Küsten und Hafenstadt häufig Fisch und Meeresfrüchte aber auch Fleisch findet sich. Und zum guten Abschluss alles was die französische Nachspeisenvielfalt zu bieten hat. Von Crème brulée bis Mousse au Chocolat ist alles dabei.

Wir entscheiden uns für ein kleines nettes Restaurant und wählen dann Kombinationsmöglichkeiten des Tagesmenüs… Ähh was war das noch gleich .. hmm terine de… ich glaube das ist Huhn… das da auf keinen Fall! Gänseleber konnt ich gerade noch so auf der Karte erkennen… nun gut wer nicht wagt der nicht gewinnt! Wir hätten gerne das, das und das. Also irgendwie hat man die Karte schon verstanden, redet man sich ein und es wird schon das Richtige dabei sein, schließlich kann man hier ja fast alles essen und andere Gäste sind ja auch noch hier und… ja… da kommt die Vorspeise… Wir bekommen… Eine kalte Terrine aus Fisch und Gemüse… und… ach du schreck… jetzt bloß nichts anmerken lassen… SCHNECKEN… in einer Tomatensoße… Bon Apetit… ja… Puh, ein wenig bin ich ja erfreut, dass ich die Schnecken nicht bekommen habe und mich lediglich mit mir unbekanntem kaltem zerkleinerten Fisch auseinandersetzten muss. Wie genau Schnecken schmecken kann ich euch tatsächlich nicht sagen. Ich selber habe es dann doch nicht übers Herz gebracht. Die Soße war lecker aber die Tierchen selber… nein … das darf dann schön der essen der es bestellt hat… aber was soll ich sagen, zu unser beider Überraschung schmeckten die Dinger anscheinend gut. Sie schmecken wohl eigentlich nach nichts und das Essgefühl ähnelt wohl Tintenfischringen. Hier soll dann noch gesagt sein: „Die waren lecker!“ und wieder ein Punkt weniger auf der Bucket -List. Nun ja wir haben den ersten Gang damit irgendwie hinter uns gebracht und konnten uns nun auf den Zweiten freuen, der eindeutig besser ausfiel. Mit Dorade gegrillt und Rinderfiletspitzen waren wir gut bedient und abgerundet wurde dieses wirklich französischste aller Essen dann mit Pannacotta mit einer Mango Creme und wie sollte es anders sein Mousse au Chocolat.

Zufrieden mit unseren neuen Erkenntnissen und den spannenden Ereignissen des Abends spazierten wir zum Lukas zurück. Am nächsten Morgen wollten wir früher aufstehen und vor unserer Weiterfahrt am Nachmittag noch eine Bootstour zur den vor La Rouchelle liegenden Inseln und rund um Fort Boyard machen. Morgens wieder am Hafen, bestiegen wir dann das Boot. Das Wetter klarte auf als wir die alten Festungstore der Stadt passierten und so fuhren wir bei strahlendem Sonnenschein, zwar noch etwas müde aber munter, hinaus aufs Meer. Das Schiff war nicht besonders voll und diese Rundfahrt wurde ob der Jahreszeit geschuldet oder generell nicht so vorgesehen in französischer Sprache begleitet. Wir fuhren hinaus aufs Wasser und in der Ferne konnte man es schon erahnen. Fort Boyard. Zu erst als Festung gebaut, wurde dann als Gefängnis und später für Gameshows benutzt. Tja, Zeiten ändern sich.

Es ist aber schon ein beeindruckender Bau der da so mitten im Wasser steht. Und gerade die Zeit als Gefängnis kann man sich sehr gut vorstellen. Wenn man hier hin kann dann war an Ausbruch so schnell nicht zu denken. Wir fahren weiter zur Insel und die Passagiere die die Rundfahrt nur als Transfer auf die Insel benutzt haben steigen nun aus. Die Insel Il d´Aix ist Naherholungs- und Naturschutzgebiet, es gibt viel Sandstrand und Dünen. Wir lassen uns vom Boot wieder mit zurücknehmen und sind auf der Rückfahrt ganz alleine auf dem Oberdeck und genießen die Sonne. Wieder zurück im Hafen geht’s dann fix zum Lukas damit unsere Standzeit nicht abläuft und wir nicht erneut bezahlen müssen. Leider hatte der Ausfahrer vor uns am Automaten Probleme und daher sind wir dann doch ein paar Minuten drüber und müssen erneut zahlen… nja nicht ärgern was will man machen cést la vie.. für uns geht es dann noch ein Stück weiter Richtung Süden und Wir wissen schon ganz genau wo es hingehen soll… es wird Zeit für Sonne, Strand und Meer …Capbreton!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.