Die Stadt, die nur bei Sonne existiert

Nach dieser komischen Nacht am Omaha Beach brauchten wir wieder gute Laune. Am besten was ganz Buntes, was mit Sonne und da wo alles gut ist. Also steuerten wir erneut Fort Mahon Plage an. Hier hatten wir ja schon auf dem Hinweg gestanden und waren begeistert von der quirligen kleinen bunten Stadt im Beachbarbielook und dem phänomenalen Strand. Also nichts wie hin. Es war ja nicht weit. Wir kamen am frühen Abend an, nur war das scheinbar für die Bewohner des Örtchens etwas zu fix… die Stadt war wie ausgestorben. Alle Straßen leer. Geschäfte und Restaurants verrammelt und verschlossen. Es sah aus als wäre hier nie jemand gewesen. Nur die bunten Häuserfassaden lassen erahnen welch munteres Leben hier sonst tobt.

Wir überlegten einen Moment, ob heute Feiertage ist oder Sonntag und deswegen alle zu haben. Es erschien uns auch noch nicht so spät, dass alles geschlossen haben könnte. Und dann fiel es uns auf…: die Sonne schien nicht… große graue Wolken verdeckten den Himmel, wie überall sonst in Frankreich gerade auch, nur mit der Folge, dass hier anscheinen dieses Wetter- bzw. Sonnenverhältnis Auswirkungen hat. Also, alles zu… Wir gingen die Hauptstraße entlang bis zum Strand, der ebenfalls vollkommen menschenleer war. Nur vereinzelt trafen wir Spaziergänger, die nur kurz den Hund eine Runde ums Haus führten und dann wieder verschwanden.

Da uns der Hunger plagte, suchten wir das einzige offene Restaurant und waren zum einen sehr überrascht, dass sich anscheinend alle Bewohner des Dörfchens hier aufhielten und zum anderen, dass wir hier doch so hervorragen gegessen haben. Dann gingen wir satt und zufrieden zurück zum Lukas, der immer noch sehr schön auf dem Stellplatz an den Dünen auf uns wartete, gingen. Morgen sehen wir uns die Sache genauer an.

Am nächsten Morgen / Mittag (wir hatten überraschend lange geschlafen, da es auch unglaublich still war an diesem Ort) gucken wir etwas verdutzt aus unserem Lukas auf den Parkplatz. Auf der anderen Seite standen mindestens 10 Reisebusse… wann und wie die so geräuschlos hierhergekommen waren? Keine Ahnung! Wir gingen auf die Hauptstraße und waren froh, dass mit den ersten Sonnenstrahlen auch wieder die Geschäfte zum Vorschein kamen. Souvenirläden, Restaurants und Eisverkäufer ploppten nach und nach am Gehsteig auf und die bunten Häuser füllten sich mit Leben. Wir wollten uns noch ein paar Stunden an diesen wundervollen Strand legen, bevor wir weiterfuhren und staunten nicht schlecht, als uns dort etwa 500 französische Schüler und Schülerinnen nebst Betreuerpersonal begrüßten. Hier fand gerade ein Schulsportturnier statt, an dem die verschiedensten Schulen der Umgebung teilnahmen. So ein wenig wie die Bundesjugendspiele in cool. Denn es wurde auf Kleinfeldern Beachhandball gespielt, direkt daneben Beachvolleyball und etwas weiter hinten dann auch Fußball. Alles von jetzt auf gleich mit bunten Luftkissentoren und Netzen aufgebaut. Der Strandabschnitt war in mehrere Felder unterteilt, auf den die bunten Teams sich auch schon voller Eifer bespielten. Es war richtig was los. Über eine Anlage lief Musik und der Sprecher erzählte, wo welche Schule antritt. Ordner mit Klemmbrettern und roten Jacken verteilten die Teams auf die Felder und beaufsichtigten die Spiele. Die mitgereisten Eltern nahmen solang in den an den Strand angeschlossenen Cafés platzt und warteten auf die Rückkehr ihrer Sprösslinge.

Nach dem wir den sportlichen Betätigungen der Schüler eine Zeit zugesehen hatten, suchten wir uns etwas weiter den Strand rauf ein Plätzchen, um noch ein wenig das Meer zu genießen. Schließlich ist der Strand hier riesig. Nach noch ein paar Stunden der Entspannung schlenderten wir inklusive käuflich erworbenem Rieseneis zurück zum Lukas und steuerten den letzten Stopp auf unserer Reise an.

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