Diese Art zu reisen

Es ist tatsächlich passiert… Wir sind in Spanien!

Da wir ja leider in Frankreich nur einen Übergangsplatz hatten, setzten wir unsere Reise zügig am nächsten Tag fort und erreichten bald darauf unseren Stellplatz in San Sebastián. Genauer Donostia San Sebastián, einer der ersten Städte, die man in Spanien bzw. im Baskenland gesehen haben sollte. Denn, dass das nicht dasselbe ist sollten wir noch merken, aber das ist ein anderes Thema.

Heute möchte ich euch erzählen, wie wir diese Stadt kennenlernen. Im Prinzip ist es genau diese Art, wie wir eine uns fremde Stadt besuchen, die uns so viel Spaß am Reisen mit dem Womo macht.

Man kann sich vorher ja vieles anlesen, was Trip Advisor oder andere Portale einem empfehlen, was man da oder dort gesehen haben sollte oder welches die beste Route durch die Stadt ist. Auch das Reisen im WoMo selbst hat über 1000 Möglichkeiten wie man das ausgestalten kann. Uns macht es einfach Spaß, ein Land zu entdecken, ohne sich vorher groß vorzubereiten. Ok, ein paar Brocken der jeweiligen Sprache schaffen wir uns schon drauf. Schließlich ist es ja unser Ziel eben nicht als der typische Tourist aufzufallen, aber von den meisten um uns herum liegenden Ländern haben wir genug Sprachfetzten gesammelt, um eben klar zu kommen und zur Not muss es halt doch Englisch sein.

Uns interessieren das Land, mit seinen verschiedenen prägenden Landschaften, die kleinen Dörfer oder das Besondere an den Städten. Uns interessieren die Gepflogenheiten derer, die hier leben. Was ist es z.B. was du wirklich über die Spanier weißt? Was ist hier Sitte oder trinkt man hier lieber Kaffee oder Tee? Bier oder Wein? Was wird üblicherweise gegessen? Wo geht man so hin? Einiges davon konnten wir auch so ungefähr schon im Vorfeld erahnen oder haben es von irgendwo her aufgeschnappt. Nur hier sind wir nicht nur in Spanien, sondern eben auch im Baskenland. Und da interessiert uns eben auch was das Besondere hier ist. Traditionen und solche Dinge sieht man nicht nur wenn man Wahrzeichen abschreitet und auf Routen Hotspots abcheckt. Wir lassen uns gerne treiben in neuen Städten. Sehen zu, was die Leute so tun, die hier leben. Wo sie hingehen, mit wem sie umgehen. Meistens erschließen wir uns eine Stad von einer Kirche her. In Europa sind die meisten Städte so gebaut, dass die Kirchen im Mittelpunkt der Städte liegen oder sich um sie herum zumindest ein älterer Stadtkern oder Viertel gebildet hat, das einen Marktplatzt oder ähnliches besitzt. Die verschiedenen Kirchen sind jedes Mal wieder spannend. Ob man nun gläubig ist oder nicht, man spürt in jeder eine ganz eigene Ausstrahlung. Ob es eine kleine Seefahrtskirche an den Küstenstädtchen Dänemarks oder eine der vielen bunten Kirchen, die sich in den Großstadtpuls von Genua einfügen ist. Alle sind spannend zu erkunden und bilden eben oft für uns den Ausgangspunkt bzw. Anlaufpunkt. So auch hier in Donostia San Sebastián.

 

Wir schlenderten zum Stadtstrand und liefen die Promenade entlang, bis wir den alten Stadtteil erreichten. Hier ließen wir uns in die Gassen treiben, die eng verwoben das Altstadtvietrel durchziehen. Viele Menschen strömen durch die Straßen und wir laufen einfach mal mit und hören zu und schauen uns um. In einigen Geschäften wird typisch Baskisches angeboten und natürlich gibt es auch hier die typischen Souvenirläden. Aber auch kleine Lädchen mit spanischen Süßspeisen und Gebäck locken zum Naschen und Kaufen. Wenn man auf der einen Seite aus einer Gasse ausgespuckt wird, dann geht man einfach hinter der nächsten Häuserbiegung wieder hinein. Und so tauchen wir ein wenig durch die Altstadt von Donostia.

Ganz typisch hier sind die Bars bzw. Tabernas in denen sich die meisten Spanier am frühen Nachmittag zum Essen versammeln. Hier gibt es Pintxos. Kleine Fingerfood ähnliche Spieße, die in einer Art Büffet auf dem Tresen der Bar stehen. Man lässt sich einfach einen Teller geben und nimmt sich dann was man möchte. Bezahlt wird nachher die Größe der Pintxos, also der Stäbchen, die das Fingerfood zusammenhalten. Das Ganze nimmt man dann mit nach draußen auf die Straße und kann es dort an der Hauswand an einem kleinen Brettchen abstellen und genießt dazu ein Glas Wein oder ein Bier. In den Tabernas ist um die Mittagszeit wirklich viel los, dass man sich fragt wie der Wirt (Einer von Vieren hinter der Theke) da noch den Überblick behält.

Während wir uns dem mittäglichen Treiben anschließen und langsam von einer Taberna zur nächsten schlendern hören wir ein kontinuierliches Tocken…!? Wir sehen uns um und werden hinter einer Häuserecke fündig. Hier öffnet sich ein Innenhof und an einer Seite steht eine Ansammlung von Menschen zusammen und diskutiert etwas, was da gerade in ihrer Mitte passiert. Wir gesellen uns dazu und sehen vier jungen Männern zu, wie sie abwechselnd und mit voller Wucht einen kleinen Ball mit der bloßen Hand gegen eine Steinwand dreschen. Pelota!

 

Ein wirklich cooles Spiel und absolut baskisch. Wir sind ganz gebannt und sitzen einfach da und fiebern mit den Mannschaften mit und applaudieren bei jedem einzelnen Punkt. Es ist wirklich ein tolles Spiel, und könnten wir genug spanisch bzw. baskisch hätten wir dies gerne nach Beendigung des Spiels mit unseren Sitznachbarn besprochen.

Nach dem Spiel und einem ausgiebigen Essen, natürlich Pintxos, nehmen wir auch das Nachtleben der jungen und älteren Basken hier mit und probieren uns durch die verschiedenen lokalen Biersorten, bis wir dann später durch das nächtliche San Sebastián zurück zu unserem Stellplatzt nahe der Universität schlendern.

Und spätestens in diesem Moment fällt uns dann auf, dass wir genau das an unserer Art zu reisen so mögen. Das wir irgendwie für einen kurzen Moment in dieser Stadt wohnen. Nicht als Gast in einem Hotel. Sondern eben in dem Teil der Stadt. Bestimmt gibt es viele wichtige Bauwerke, die wir in Donastia nicht gesehen haben oder Sehenswürdigkeiten, die wir nicht besucht haben. Aber wir haben einen Eindruck von den Leuten dieser Stadt. Wie sie ihren Tag verbringen, was sie gerne essen und trinken, welchen Sport sie machen und welche Traditionen sie pflegen. Für eben einen Moment fühlen wir uns auch hier zu Hause.

 

 

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